IN VIA Kath. Verband für
Mädchen- und
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Neue Station des Waldweges „Grenzenlos“ auf dem Kimicker Berg ihrer Bestimmung übergeben
Durchs Labyrinth zum Sofa
Von Birgit Engel
Olpe. Geht man den „Waldweg Grenzenlos“, stößt man auf ein Areal, das zunächst durch viele bunte Hölzer in Rosa, Grün, Blau, Lila oder Orange auf sich aufmerksam macht.
Tritt man näher, erkennt man ein aus Bruchholz gelegtes kretisches Labyrinth mit den typischen sieben Umgängen, dessen Bögen und Wendungen wie ein Spiegel der eigenen Lebenswendungen sind. In der Mitte ein großes Sofa mit Lehnen aus Holz und Kissen aus weichen Tannen, das zum Verweilen einlädt, bevor man den Rückweg antritt. Initiiert, entwickelt und gebaut wurde es von jungen Menschen im Rahmen ihres Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) in der Trägerschaft des IN VIA Verbandes.
„Erlebnispädagogik“ war das Thema, das kürzlich zwei Gruppen von FSJlerinnen aus Olpe und Dortmund für eine Woche in das Mutterhaus der Franziskanerinnen führte. Auf dem Seminarprogramm standen beispielsweise der Besuch der JVA Attendorn, eine Fuchsjagd so wie das Labyrinth. Eine Skizze auf Papier diente als alleinige Vorlage. Im Durchmesser ist es 22 Meter groß, hat im Gegensatz zum Irrgarten nur einen Weg, der zwar ständig die Richtung wechselt, schließlich aber doch zum Ziel führt. „Wir waren sehr skeptisch und unsicher, ob wir die Aufgabe bewältigen. Aber es hat viel Spaß gemacht und wir sind in der Arbeit aufgegangen“, erzählt die 21-jährige Melanie Hachenberg aus Olpe.
Sie und ihre Mitstreiterinnen sind sich einig, dass es eine tolle Zusammenarbeit war, während derer man alle Gemütsphasen, von anfänglichen Zweifeln über Chaos und Ärger durchlebt habe. Am Ende habe der Stolz über das Erreichte gestanden. Unterstützt wurden die Mädchen von den Mitarbeitern der Werthmann- Werkstätten der Abteilung Extern sowie von Stefan Dörr und Heinz Holterhof vom Regionalforstamt Kurkölnisches Sauerland in Olpe. Die Forstwirte standen stets mit Rat, Tat und Kettensäge zur Seite und hatten sogar für einen pinkfarbenen Hammer gesorgt.
Neben der eigentlichen Arbeit hat den insgesamt 40 Mädchen auch das „Internatsleben“ im Mutterhaus gefallen. „Die Schwestern haben uns so gut aufgenommen und uns mit viel Liebe bedacht“, erzählen sie. Um sich zu bedanken, hatten sie die Idee, die Öffentlichkeit zur Eröffnung des Labyrinthes ins Spendencafé des Mutterhauses einzuladen, und so die Projekte zu unterstützen, die mit den Erlösen finanziert werden. Gemeinhin zieht das Spendencafé im Mutterhaus der Franziskanerinnen Sonntag für Sonntag viele Gäste an. Vergangenen Sonntag aber war es noch „rummeliger“ als sonst, so Schwester Gertrudis. Die FSJlerinnen standen den ganzen Nachmittag parat, bereit über ihre Arbeit zu berichten und wanderlustigen Gästen das Labyrinth näher zu bringen. Der barrierefrei angelegte „Waldweg Grenzenlos“, den das Forstamt Kurkölnisches Sauerland in Olpe auf einer durch den Orkan Kyrill entwaldeten Fläche eingerichtet hat, ist in Kooperation mit Förderschulen des Landschaftsverban-des Westfalen-Lippe und den Werthmann-Werkstätten geschaffen worden. Das Labyrinth ist eine von den 22 Stationen, die bisher realisiert wurden. Die Arbeit geht weiter. Insgesamt 28 Stationen sollen gebaut werden.
Westfälische Rundschau vom 10. August 2011

